Die Frauenquote und Besseres
Start Saga von Nerdhalla Credo der Nerds Bundesrepublik Nerdland Bildung mit Spaß Bibliothek Cartoons Links

Die Frauenquote und Besseres

11.07.2020:

Deutschland diskutiert darüber, dass die CDU über eine Frauenquote diskutiert. Dieser Satz stellt einen Teil der Nachrichtenlage um den 06. Juli 2020 sehr verkürzt dar. Es ist erfreulich, dass das Thema Chancengleichheit auch von der konservativen Mainstream-Partei ernstgenommen wird. Aber wie so oft ist es leider ein Fall von politischer Symptombekämpfung. Unser gesellschaftlich-wirtschaftlich-politisches System ist voller Regularien, die Nachteile einzelner Gruppen ausgleich sollen: Datenschutz-Grundverordnung, Antidiskriminierungsgesetze, Mutterschutz, Betriebsverfassungsgesetz, Arbeitsschutzgesetz, Verbraucherschutzgesetze, Diskussionen um eine Deutsch-Quote im Radio und nun wieder einmal die Frauenquote. Als anständiger Mensch kann man zu all diesen Dingen nur schwerlich "Nein" sagen, sollen sie doch Menschen vor unverschuldeten Nachteilen schützen oder wenigstens unser schönes deutsches Liedgut bewahren. (Und ja: In dem letzten Halbsatz steckt ein bisschen Sarkasmus.)

Wir Nerds sagen zu all diesen Schutzregimen und nicht zuletzt zur Frauenquote zwar nicht "Nein" - aber wir sagen: "Wir haben eine bessere Idee." Und zwar diese:

Chancengleichheit muss viel früher an- und viel breiter aufsetzen, als im Beruf. Wir müssen sofort damit beginnen, Bildung, Arbeit, Vermögen, Rechte und Pflichten vernünftig zu verteilen. Wir müssen eine nerdige Kultur zu schaffen, die Lust auf Leistung macht. Auf Basis dieser Kultur wird ein leistungsfähiger Sozialstaat vielleicht sogar mit bedingungslosem Grundeinkommen möglich. In so einem Staat kann nämlich jede Frau es sich leisten, machohaften Unternehmen und Parteien den Rücken zu kehren - als Mitarbeiterin, als Mitglied oder als Kundin. Auch Männer müssen das Spiel der Macho-Managerkultur dann nicht mehr mitspielen. Behinderte und Angehörige ethnischer oder kultureller Minderheiten können dann diskriminierende Umfelder einfach verlassen. Und niemand muss fürchten, den Kredit für ein bescheidenes Einfamilienhaus nicht mehr bezahlen zu können, weil er oder sie keine Lust auf die Gesellschaft von Machos oder Faschisten hatte.

Und dann können alle Nerds sich endlich mit mehr Konzentration ihrer jeweiligen Lieblingsarbeit widmen. Denn wie Christian Drosten im Mai 2020 Besseres zu tun hatte, als unter Zeitdruck Stellungnahmen gegenüber der Bild-"Zeitung" abzugehen, haben wir Nerds Besseres zu tun, als uns über Quoten für Chromosomen Gedanken zu machen.

Liebe Frauen: Wenn man(n) euch irgendwo nicht haben will - kommt zu den Nerds. Bei uns gibt es immer Besseres zu tun.

Zurück zur Saga