The Four
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Scott Galloway: "The Four", New York 2018

16.05.2019

Der New Yorker Wirtschaftsprofessor Scott Galloway macht keinen Hehl daraus, dass die gnadenlose Abrechnung mit den vier Technikriesen Amazon, Apple, Facebook und Google, die sein Buch "The Four" darstellt, persönlich motiviert ist. Damit wird er nicht nur wissenschaftlichen Ansprüchen gerecht, sondern vor dem Hintergrund dieser Offenheit fällt es auch leichter, Galloway die teilweise üerzogen vulgäre zu Sprache verzeihen, in die er seine hochinteressanten und mit insgesamt 471 Zitaten belegten Analysen und Meinungen kleidet.

Scott Galloway würdigt die Verdienste der besagten Megakonzerne, die er meistens nur "the horsemen" nennt, durchaus. Er betrachtet aber auch aus unterschiedlichen Perspektiven - wie unter anderem der psychologischen und der kapitalistischen - wie Amazon, Apple, Facebook und Google Markt, Politik und Kultur der westlichen Welt verzerrt und neue Spielregeln etabliert haben.

Neben Zahlen und Zusammenhängen sind an "The Four" nicht zuletzt die persönlichen Erfahrungsberichte des Autors sehr wertvoll: Wenn ein etablierter Professor und umtriebiger Unternehmer unumwunden von Alltagsängsten erzählt, die er mit Milliarden Menschen teilt, glaubt man ihm auch, wie ernst es ihm ist, wenn er in seinem Buch jungen Leuten Ratschläge für Karriere und Lebensplanung mit auf den Weg gibt.

Lohnt sich dieses Buch für Nerds? Ja, denn:

Nerdig ist an diesem Buch natürlich, dass die Leserin viel über die Technik- und Medienbranche des frühen 21. Jahrhunderts lernen kann, die die Weltwirtschaft stärker dominiert, als man es sich gemeinhin vorstellt. Desweiteren ist "The Four" mitten aus dem Leben gegriffen - keine distanzierte theoretische Abhandlung, sondern ein emotionaler Ratgeber für alle, die die Welt verstehen und gestalten wollen. Und immer wieder scheint die liebevolle, dankbare und selbstkritische Haltung des Autors durch, der sich nicht nur seinen eigenen Kindern zugewandt zeigt.

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