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Oliver Dierssen: Fledermausland, München 2012

05.03.2025, cg

Der Arzt Oliver Dierssen hat mit "Fledermausland" einen Fantasyroman vorgelegt, in dem Vieles altbekannt ist aber mit ungewöhnlichem Anstrich daherkommt.

Der Protagonist Sebastian Schätz ist ein junger Faulenzer aus der niedersächsischen Provinz, der eigentlich zum Studieren in Hannover ist. Anstatt sich an der Universität einzuschreiben, jobbt er in einem Asiashop, begibt sich mit Kumpels auf Sauftouren und verschläft in seiner unaufgeräumten Wohnung den Tag. Das Produktivste, was er tut, sind seine ungelenken Versuche, sich seiner großen Flamme Kim anzunähern. Eines Nachts gerät durch das angelehnte Fenster eine Fledermaus in sein Schlafzimmer - der Aufktakt für ein paar sehr chaotische Wochen in seinem Leben. Seltsame Charaktere kreuzen scheinbar zufällig seinen Weg. Übernatürliche Wesen drängen sich ihm als Mitbewohner auf. Und dann bekommt er es auch noch mit einer wohlbekannten lästigen Behörde zu tun, die sich um viel mehr kümmert als der Durchschnittsbürger ahnt.

Die ganze Geschichte gipfelt in einer nächtlichen Odyssee durch die seltsamsten und schmutzigsten Ecken Hannovers, in deren Verlauf Sebastian sich beinahe hoffnungslos in einem Knäuel aus Wahn, Wirklichkeit, Korruption, Bürokratie, Magie und Leidenschaft verstrickt - und am Ende endlich einmal im doppelten Sinne über sich hinauswächst.

Lohnt sich "Fledermausland" für Nerds?
Ja, als triviale Unterhaltungslektüre. Fleißige Leserinnen können die etwa 450 Seiten an wenigen Tagen bewältigen. Das zentrale Motiv ist hinlänglich bekannt: In das normale Leben eines Durchschnittsmenschen dringen übernatürliche Phänomene ein. Auch die Liebesgeschichte voller Irrungen und Wirrungen ist kein bisschen originell. Geradezu lästig ist es, wie die Handlung darauf basiert, dass Nebenfiguren immer nur Teilerklärungen abgeben und die Hauptfigur naheliegendste Fragen mit schöner Regelmäßigkeit nicht stellt. Originell ist dagegen die Art, wie die Fantasy-Aspekte mit den Alltagssorgen und dem Schlendrian eines unentschlossenen und selbstironischen Pseudo-Studenten vermischt werden. Auch ungewöhnlich und durchaus gewöhnungsbedürftig ist die ausgiebige Schilderung von viel schmutzigem, ungesundem und ekeligem Elend im letzten Drittel des Buches. Der Protagonist macht auf diese Weise eine Art klassicher Höllenfahrt in modernem Gewand durch. Oliver Dierssen könnte hier von Dante Algieri und Günther Grass gleichsam inspiriert worden sein.

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