02.01.2026, cg
Der österreichische Psychologe Jakob Pietschnig hat mit "Intelligenz. Wie klug sind wir wirklich?" ein nahezu perfektes Einführungswerk geschrieben. Es bietet einen historischen Überblick über die Erforschung der Intelligenz - von der frühen und inzwischen teilweise überholten Theoriebildung über bedeutende Experimente und Langzeitstudien bis zur modernen Intelligenztestung und einigen hartnäckigen Mythen.
Die 200 Seiten von "Intelligenz" sind angenehm lesbar, mit unterhaltsamen Anektdoten und sympathischen persönlichen Bemerkungen gespickt und mit ein paar simplen Diagrammen illustriert. Der einzige Makel des Buches ist, dass das reichhaltige Quellenverzeichnis aus nicht nachvollziehbaren Gründen nicht über Verweise mit dem Text verbunden ist. So fehlen direkt überprüfbare Zitate.
Lohnt sich "Intelligenz" für Nerds?
Ja, und zwar sehr. Wer wissen möchte, was genau ein Intelligenztest eigentlich misst und welche verschiedenen Arten von Intelligenz wissenschaftlich solide sind, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Ebenso kann jeder, der einfach nur irgendwelche leichte aber trotzdem seriöse populärwissenschaftliche Literatur sucht, bedenkenlos zugreifen. Nur wer sich bereits weiterführend mit dem Thema "Intelligenz" beschäftigt hat, braucht dieses Einführungswerk nicht. Aber selbst für Expertinnen könnten ein paar schlicht unterhaltsame Passagen dabei sein.