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Warnung vor dem Hamsterrad

Stressige Routine, die keine Zeit zum Nachdenken lässt - das sprichwörtliche Hamsterrad - ist ein wichtiges Warnsignal. Wer dieses Signal bemerkt, sollte über einen Jobwechsel nachdenken.

07.03.2021

Im Leben vieler Menschen spielt der Beruf, der Job, die Erwerbsarbeit, oder wie auch immer man es nennt, eine wichtige Rolle. Die Bedeutung der Arbeit entsteht oft allein schon durch die große Menge an Zeit, die man damit verbringt. Eine sogenannte Vollzeit-Tätigkeit macht allgemein zwischen 35 und 40 Stunden pro Woche aus. Mehrarbeit und Überstunden kommen oft noch hinzu, so dass viele Deutsche locker 40 bis 60 Stunden pro Woche mit dem Job verbringen - beim Kunden, auf der Baustelle, im Krankenhaus, im Supermarkt, im Büro, in der Schule...

Wie alles im Leben ist auch der Beruf manchmal anstrengend und manchmal lästig. Und so trägt jede Arbeitnehmerin, jede Beamtin und jede Selbsttändige sich dann und wann mit dem Gedanken, nach einer anderen Beschäftigung zu suchen oder irgendwie mit weniger Geld auszukommen, um dem nervigen Job zu entfliehen oder ihm wenigestens weniger Lebenszeit zu opfern. Mit einer solchen Veränderung ist oft erhebliches Risiko verbunden. Wer garantiert schließlich, dass der neue Job nicht noch schlechter wird? "Niemand", lautet die Antwort. Wann also das Risiko eingehen und wann doch lieber bei dem bleiben, was man hat?

Diese Frage kann leider nicht pauschal beantwortet werden, aber gerade für Nerds gibt es einen sehr guten Indikator dafür, dass man mit einem schlechten, unnerdigen Job dasitzt und einen Wechsel ernsthaft in Betracht ziehen sollte: Einen schlechten Job erkennt man unter anderem daran, dass man keine Zeit zum Nachdenken, Lernen oder beidem findet. Wer jeden Tag durch acht bis zehn Stunden Fleißarbeit hetzt, eine Frist nach der nächsten im Nacken, immer getrieben von maßlos anspruchsvollen Kundinnen, nörgelnden Chefs, illoyalen Kollegen und einem kaum erfüllbaren Lehr- oder Schichtplan - diejenige steckt in einem Teufelskreis, aus dem sie dringend ausbrechen sollte.

Natürlich kann eine solche Situation sich mit der Zeit wieder bessern. Wenn der Chef glaubhaft zugesichert hat, dass die hektische Phase der Hochbelastung nach Weihnachten oder mit Ende des Projekts XY oder mit Beginn des nächsten Schuljahres vorbei sein werde, kann man darauf hoffen. Aber wenn der Chef nichts dergleichen sagt oder solche Ankündigungen sich vielleicht schon mehrmals als leere Versprechen herausgestellt haben - dann sollte man selbst eine Entscheidung treffen. Das erfordert Mut. Allein schon den Kolleginnen oder dem Chef gegenüber das eigene Dilemma anzusprechen, erfordert Mut. Den Jobwechsel zu versuchen und womöglich gar zu vollziehen erfordert noch mehr Mut und geschieht auf eigenes Risiko.

Aber die Entscheidung, im Hamsterrad ohne Aussicht auf persönliche Entwicklung zu bleiben, geschieht auch auf eigenes, sehr hohes Risiko. Das Risko ist in diesem Fall, im Laufe der Jahre eine kranke, verbitterte, in Gram ergraute Arbeitsbiene zu werden, der neben der mageren Rente nicht viel mehr bleibt als die Frage "Was wäre gewesen, wenn..."

Leider müssen immer noch Viele in unserer Gesellschaft diese Fragen stellen. Das beinhaltet aber auch die frohe Botschaft: Niemand ist damit allein. Fasst also, liebe Nerds und Mitbürger, den Mut, zumindest kritisch zu prüfen, ob eure Arbeit zu einem Hamsterrad geworden ist, das euch keine Zeit zum Lernen und Nachdenken lässt. Und wenn dem so ist - sucht das Gespräch mit anderen und sucht gemeinsam Lösungen.

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